Posted by FP On Juni - 6 - 2014 0 Comment

Es gibt Tore, die werden besonders ausgelassen gefeiert, weil sie so wichtig waren oder einfach nur spektakulär und schön anzusehen. Kaum eine Torart wird jedoch so sehr verschmäht, wie das Eigentor: Meist nicht nur für den Schützen äußerst peinlich, sind sie oftmals auch einfach nur unschön anzusehen und können höchstens durch ihre Kuriosität überzeugen. Dabei gelang Helmut Winklhofer 1985 ein so schönes Eigentor, dass der 35 Meter Schuss, der eigentlich ins Toraus gehen sollte, stattdessen aber zielsicher den Bayerntorhüter Pfaff überwand, als erstes und bisher einziges Eigentor zum Tor des Monats gekürt wurde. Doch auch neben diesem Treffer bietet die Palette an Eigentoren so einige Besonderheiten. Gladbach beispielsweise durfte sich gleich dreimal über die gütige Mithilfe von Hannover 96 freuen, als diese beim 5:3 Sieg der Fohlen gleich drei Eigentore erzielten – die alle zudem von außerhalb des Strafraums fielen. Doppeltes Pech hatte dabei Karim Haggui, der sich für zwei der Eigentore verantwortlich zeichnete. Eine Auszeichnung, die neben ihm nur noch fünf weitere Spieler für sich beantspruchen dürfen. Unter diesen befindet sich mit Nikolce Noveski auch der einzige Spieler, dem es gelang, im selben Spiel immerhin auch noch das richtige Tor zu treffen – in England gelang Chris Nicholl 1976 übrigens sogar das Kunststück, alle vier Tore beim 2:2 seines Teams Aston Villa gegen Leicester City zu erzielen und somit dem Wort Alleinunterhalter in besonderem Maße gerecht zu werden.

Eine ganz besondere Note haben Eigentore auch dann, wenn der Torhüter sie erzielt. Jeder kennt die Bilder, als Piplica eine Bogenlampe aus über 30 Metern zwar beobachtet, den Ball jedoch statt zu fangen, einfach auf seinen Kopf landen lässt, umfällt und der Ball im Tor landet. Mindestens ebenso berühmt dürfte das Eigentor von Pahl sein, der 1982 einen Abwurf während der Ausholbewegung noch verändern möchte, den Ball zu spät loslässt und im Stile eines Diskuswerfers den Ball ins eigene Tor schleudert. Auch Pfaff durfte übrigens nicht nur schöne Eigentore bestaunen, sondern zeichnete sich für eines aus, dass in keiner Bundesligarückschau fehlen darf: Gleich bei seinem Debüt lässt er einen eigentlich harmlosen Einwurf vom Bremer Reinders nicht einfach ins Tor fliegen – der Treffer hätte nicht gezählt, weil ein Einwurf nicht direkt verwandelt werden darf – oder fängt den Ball, sondern lässt ihn über die Fingerkuppen ins Netz rollen. All diese Eigentore dürften sich mindestens ebenso für die Bundesliga ausgezahlt haben, wie die spektakulärsten Fallrückzieher und Distanzschüsse, zumindest wird über sie wohl auch in 50 Jahren noch geredet werden.